Packender Kampfabend in Großostheim

Was für ein Kampf im Bachgau! Bei der 15:20-Niederlage erlebten wir zwei Kampfabschnitte, wie sie unterschiedlicher kaum hätten sein können. Während in der ersten Hälfte noch alles für uns zu laufen schien, drehte sich das Geschehen nach der Pause komplett. Im zweiten Kampfabschnitt konnten wir keine einzige Einzelpaarung mehr für uns entscheiden. Im Gegenteil: Gerade in den engen Kämpfen ging am Ende immer wieder das entscheidende Pünktchen zu viel verloren.
57 kg – Denis Demirov vs. Ruslan Lukash
Gegen den starken Demirov war an diesem Abend nur schwer etwas auszurichten. Ruslan kämpfte tapfer, konnte sich der Schulterniederlage gegen den ehemaligen Bundesligaringer letztlich aber nicht entziehen.
Zwischenstand: 0:4
130 kg – Daniel Raczek vs. Bence Fulai
BIm Schwergewicht stand mit Daniel Raczek ein Sportler auf der Matte, der eine Vergangenheit in Goldbach hat. Mehrere Jahre war er für den AC registriert und bestritt in dieser Zeit einige Kämpfe für unseren Verein.
An diesem Abend hatte Bence jedoch wenig Mühe mit dem Großostheimer. Auf einen tollen Wurf zu Beginn ließ er bereits in der zweiten Aktion den Schultersieg gegen den körperlich groß gewachsenen und starken Raczek folgen. Der Mannschaftskampf war damit wieder ausgeglichen.
Zwischenstand: 4:4
61 kg – o.V. vs. Javier Dumenigo Gonzalez
JJavier hatte leider einmal mehr keinen Gegner und fuhr die Mannschaftspunkte kampflos ein.
Zwischenstand: 4:8
98 kg – Gleb Yermolayev vs. Krisztian Biro
Was für eine Machtdemonstration von Krisztian! Gegen den starken und äußerst unangenehm zu ringenden Yermolayev, der in der Vergangenheit bereits zahlreiche namhafte Sportler vor große Probleme gestellt und auch besiegt hatte, zeigte Krisztian einen bärenstarken Kampf.
Mit präzisen, kraftvollen und unglaublich effektiven Angriffen setzte er seinen Gegner von Beginn an unter Druck. Im Boden schloss er immer wieder die ein oder andere Beinschraube an und ließ das Punktekonto so schnell anwachsen. Mit einer deutlichen 12:2-Führung ging es in die Pause. Kurz darauf, nach rund 3:20 Minuten Kampfzeit, stand der technisch überlegene Punktsieg fest. Ganz stark, Krisztian!
Zwischenstand: 4:12
66 kg – Deniz Güvener vs. Simon Steigerwald
Hier wurde es zunächst zur Geduldsprobe. Der Großostheimer war extrem defensiv eingestellt und schien von Beginn an vor allem auf Schadensbegrenzung und die eine oder andere Konterchance aus zu sein.
Auch wenn Deniz während der sechs Minuten gefühlt kaum einen Schritt nach vorne machte, blieb Simon cool und agierte sehr bedacht. Ein erfolgreicher Angriff sowie die Passivität des Gastgebers sorgten für den 3:0-Halbzeitstand.
Im zweiten Abschnitt erhöhte Simon das Tempo und ging mehr Risiko – mit Erfolg. Weitere Angriffe brachten zusätzliche Punkte und am Ende einen souveränen 10:0-Punktsieg. Dass bei einer derart passiven Ringweise lediglich zwei Aktivitätszeiten ausgesprochen wurden, darf an dieser Stelle durchaus hinterfragt werden.
Pausenstand: 4:15
Der komfortable Halbzeitvorsprung sah zu diesem Zeitpunkt natürlich vielversprechend aus. Doch jedem im Team war klar, dass die Entscheidung noch lange nicht gefallen war. Es standen noch einige enge Paarungen bevor, und wir wussten nur zu gut, dass hier noch alles passieren konnte.
86 kg – Zálán Csaba Toplak vs. Andrej Kurockin
Dass sich die Gastgeber für die zweite Hälfte einige Varianten überlegen mussten, war klar. Eine davon bekamen wir nun zu sehen: Mit Zálán Csaba Toplak schickten sie immerhin den Drittplatzierten der U20-Weltmeisterschaft auf die Matte – und dieser stellte seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis.
Mit seiner enormen Beweglichkeit stellte er Andrej vor große Schwierigkeiten. Besonders im Boden wurden seine Stärken deutlich. Mit starken Hebetechniken sammelte er in den angeordneten Bodenlagen mehrere Punkte. In der vierten Minute war der Kampf schließlich durch technische Überlegenheit entschieden.
Zwischenstand: 8:15
71 kg – Jason Markgraf vs. Ashot Shahbazyan
Ashot trat diesmal wieder im für ihn weniger beliebten griechisch-römischen Stil an und stellte sich damit einmal mehr in den Dienst der Mannschaft. Leider gelang es ihm an diesem Abend nicht ganz, seine Stärken wie gewohnt auszuspielen.
Im ersten Abschnitt verlief der Kampf ausgeglichen. Die angeordnete Bodenlage fiel jedoch gegen Ashot aus, und ein Dreher sorgte für den 3:0-Halbzeitstand. Angesichts des weiterhin engen Kampfverlaufs hätten wir uns im zweiten Abschnitt durchaus auch einmal eine angeordnete Bodenlage für den Mann in Rot gewünscht.
Stattdessen wurde Ashot zweimal zusätzlich wegen Passivität verwarnt. Diese Entscheidungen waren aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar. Beide Bodenlagen endeten jeweils mit zwei Drehern und bescherten dem Gastgeber am Ende einen 9:0-Erfolg sowie drei Mannschaftspunkte.
Gemessen am tatsächlichen Kampfverlauf war das aus unserer Sicht mindestens ein Mannschaftspunkt zu viel. Schade, Ashot – dennoch ein starker Kampf, bei dem du dich in einer für dich ungewohnten Stilart voll in den Dienst der Mannschaft gestellt hast.
Zwischenstand: 11:15
80 kg – Shirkan Gulyev vs. Ivan Gaslama
Hier entwickelte sich ein richtig starker Kampf mit offenem Schlagabtausch, der für den neutralen Zuschauer absolut sehenswert war – für jeden AC-Fan allerdings an Spannung kaum auszuhalten.
Ivan hatte zu Beginn Schwierigkeiten und geriet mit 1:7 in Rückstand. Mit einer tollen kämpferischen Leistung kämpfte er sich jedoch Punkt für Punkt zurück und schaffte nach knapp vier Minuten tatsächlich den Ausgleich.
Dann kippte das Geschehen erneut, und Ivan musste eine Zweierwertung abgeben. In der letzten halben Minute wurde es schließlich komplett wild. Ivan wollte unbedingt noch einmal alles versuchen und riskierte entsprechend viel. Statt sich für seine Aufholjagd zu belohnen, gab er in der letzten Aktion jedoch noch einmal vier Punkte ab und verlor den Kampf letztlich mit acht Punkten Rückstand. Damit gingen drei wichtige Mannschaftspunkte an die Gastgeber.
Wenn man bedenkt, dass hier zwischenzeitlich sogar ein Sieg möglich schien, ist das besonders bitter. Sehr schade, Ivan! Ein toller Kampf und eine starke Aufholjagd, die leider nicht belohnt wurde.
Zwischenstand: 14:15
75 kg – Maxim Vasilioglo vs. Endre-Zalan Bodo
Endre versuchte alles, um sich dem Ausnahmeringer der Gastgeber entgegenzustellen. Lange konnte er das Geschehen offen halten, sodass zwischenzeitlich sogar die Hoffnung auf einen Teilerfolg aufkam. Den starken Angriffen Vasilioglos konnte sich Endre im weiteren Kampfverlauf jedoch nicht immer entziehen. So sammelte der Großostheimer nach und nach weitere Punkte, bis nach etwas mehr als vier Minuten die technische Überlegenheit und damit die Punktniederlage für Endre besiegelt waren.
Zwischenstand:18:15
75 kg – Eduard-Stefan Asan vs. Jan Fischer
Hier folgte eine kleine Überraschung auf unserer Seite: Jan hatte sich auf 75 kg heruntergekocht und trat damit erstmals in dieser Gewichtsklasse an.
Gegen den sehr beweglichen und körperlich kompakten Asan geriet Jan nun zusätzlich unter Zugzwang. Um zumindest noch ein Unentschieden für die Mannschaft zu erreichen, musste er einen Sieg mit mindestens drei Mannschaftspunkten einfahren.
Leider fand Jan an diesem Abend nicht die passenden Mittel, um die Überraschung tatsächlich perfekt zu machen. Dass in beiden Kampfabschnitten die Passivität erneut gegen den Mann in Blau ausgesprochen wurde, kann man durchaus hinterfragen. Am Ende änderte dies jedoch nichts mehr am Ausgang des Mannschaftskampfes. Mit Jans Niederlage war die Begegnung und damit auch unser Kampfabend in Großostheim entschieden.
Endstand 20:15
Fazit: Was bleibt, ist ein Kampfabend, der uns einmal mehr gezeigt hat, wie eng Freud und Leid im Ringsport beieinanderliegen können. Zur Pause sah mit einer komfortablen 15:4-Führung alles nach einem erfolgreichen Abend für den AC aus. Doch Großostheim kam stark zurück, nutzte seine Chancen und drehte die Begegnung mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung noch zu seinen Gunsten.
Gerade die engen Kämpfe in der zweiten Hälfte hätten den Ausschlag geben können. Hier fehlte uns am Ende das nötige Quäntchen Glück – und in einzelnen Situationen auch die entscheidende Wertung. Umso bitterer ist es, dass wir nach einer so starken ersten Hälfte ohne einen weiteren Einzelsieg aus dem zweiten Abschnitt gingen.
Trotz der Enttäuschung gilt es, den Blick nach vorne zu richten. Die Mannschaft hat in der ersten Hälfte gezeigt, was in ihr steckt. Jetzt heißt es, die positiven Ansätze mitzunehmen, aus den entscheidenden Situationen zu lernen und beim nächsten Kampfabend wieder geschlossen anzugreifen.
Kopf hoch, Männer – weiter geht’s!
Und das bereits am kommenden Samstag am Weberborn. Unser Nachwuchs kämpft um 19 Uhr gegen die Gäste aus Rimbach. Auch unser Oberligateam empfängt das Top-Team vom KSV. Los geht’s um 20 Uhr. Wir freuen uns auf euren Besuch.
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